Woche 15–18: Ein Kurzdurchlauf der letzten Wochen
Herzlich Willkommen zurück zu meinem Blog,
seit meinem letzten Eintrag sind einige Wochen vergangen, daher dachte ich, es wäre doch mal wieder Zeit, einen neuen Eintrag zu verfassen.
Mittlerweile ist der Sommer hier richtig angekommen und manchmal ist die Hitze kaum auszuhalten, aber sonst verbringe ich hier weiterhin eine wundervolle Zeit und genieße es sehr, hier zu sein.
Um in den Tagen seit dem 08.06. anzusetzen:
Am Morgen des 11.06. teilte uns der Prior vor der Laudes im Kapitelzimmer den Tod von Pater Albert mit. Dieser war am Vorabend noch zu seinen Schwestern gefahren. Dort angekommen, musste er ins Krankenhaus, da es ihm plötzlich nicht mehr gut ging. Dort verstarb er schließlich in der Nacht.
Das traf mich ganz schön. Er war von den Patres, seit ich hier bin, der erste, mit dem ich ein wenig zu tun hatte, und dass er so plötzlich verstarb, hat mich erschreckt.
Es ist schon verrückt, wie unerwartet und schnell es gehen kann und man manchmal nicht weiß, wann man jemanden das letzte Mal sieht.
Am nächsten Tag fuhren Theo und ich in den etwa eine Stunde entfernten Ort, um das Auto abzuholen, das noch bei seinen Schwestern stand.
Am 13. Juni gingen wir am späten Nachmittag auf das Bezirksmusikfest in Eggendorf.
Theo bot mir an, dass ich seine alte Firmtracht geliehen bekommen könnte, damit wir alle in Tracht gehen können. Es war das erste Mal, dass ich eine Tracht trug, wodurch es ziemlich ungewohnt war und ich mich etwas kostümiert gefühlt habe.
Aber seine Tracht hat mir wie angegossen gepasst und auch ziemlich gut gestanden.
Am Tag darauf war der Matura-Gottesdienst und danach Valet (lat. „Lebet wohl!“) im Prälatenhof, wo die Maturanten des Stiftsgymnasiums feierlich verabschiedet wurden.
Pater Jakobus, Theo und ich fuhren nach dem Valet, das zeitgleich zum Mittagessen stattfand, zu einem der Dönerläden unten in der Gemeinde und P. Jakobus lud uns zum Essen ein.
Am 16. Juni gingen wir vom Kloster aus gemeinsam zu der Unfallstelle von Pater Rupert, stellten dort ein Kreuz auf und hielten eine kleine Andacht.
Am Nachmittag spielten P. Jakobus, P. Jinto, Fr. Vinzenz, Theo und ich gemeinsam Volleyball.
Am 17.06. schlug P. Anselm beim Mittagessen vor, dass wir anlässlich meines Geburtstags zum Grillpartz fahren könnten, seinem Lieblingsort, einem Hügel und Waldstück. Daher fuhren P. Anselm, Theo und ich am Nachmittag dorthin und spazierten hinauf. Dort oben saßen wir kurz und genossen die weitläufige Aussicht.
Am nächsten Tag, am frühen Donnerstagmorgen, verließen Theo und ich nach der Laudes das Kloster und fuhren vom Bahnhof in Kremsmünster zum Bahnhof in Linz. Dort verabschiedeten wir uns. Während Theo in seine Uni ging, begann für mich die Heimreise für meinen Heimaturlaub. Eigentlich sollte die Fahrt sieben Stunden dauern. Am Salzburger Hauptbahnhof musste ich dann allerdings eine Stunde auf meinen Zug warten, statt eines schnellen Umstiegs. Das verzögerte die gesamte Fahrt und der Zug fuhr nicht wie geplant bis zum Frankfurter Hauptbahnhof durch, weshalb ich noch mehrfach umsteigen musste. Nach elf Stunden war ich schließlich zu Hause angekommen. Die nächsten Tage verbrachte ich dann mit meiner Familie und meinen Freunden.
Am Dienstagmorgen reiste ich dann wieder ab und fuhr zurück, diesmal sogar ohne Probleme mit der Deutschen Bahn und ich kam pünktlich in Wels an.
Theo traf kurz darauf auch in Wels mit der Bahn ein und wir fuhren mit seinem Auto, das er dort am Bahnhof im Parkhaus geparkt hatte, zurück zum Kloster, mit einem kurzen Zwischenstopp bei ihm zu Hause, da er ein paar Dinge von dort abholen musste. Dort lernte ich seine Mutter kennen und seine Oma lud uns noch zu einem Stück Kuchen ein.
Im Kloster und in meiner Zelle angekommen, war das Erste, was ich sah, eine recht große Spinne, die oben an der Wand saß. Nachdem ich diese weggesaugt hatte, erblickte ich meinen persönlichen Albtraum: unzählige Jungspinnen in den Ecken der Decke, ringsum, überall zu Dutzenden. Die nächsten Tage war ich dann immer wieder damit beschäftigt, diese kleinen Spinnen wegzusaugen und jedes Mal, wenn ich gehofft habe, dass es das jetzt war, waren ein paar Stunden später die Ecken wieder voll. Mittlerweile bin ich aber überzeugt, dass jetzt wirklich alle weg sind …
Am nächsten Tag wollten Theo und ich nach dem Mittagessen den Mittagstein besteigen, einen Berg bei Steinbach, als kleine Vorbereitung für die kommende Großglocknerwallfahrt am Sonntag, zu der uns der Prior mitgenommen hat. Für mich war es das erste Mal, dass ich Bergsteigen war. Dafür lief es aber gut und es machte echt Spaß, vor allem lohnte sich die Aussicht. Der höchste Punkt lag bei 1.200 Metern.
Am Sonntag fuhren Prior Maximilian, Theo und ich um 2 Uhr in der Früh los nach Rauris zur Großglocknerwallfahrt.
Wir wurden zuerst mit Shuttlebussen hochgefahren, dort liefen wir noch ein Stück bis zu dem Ort, an dem um 7 Uhr die Messe stattfand. Während des Wartens waren wir noch in einer kleinen Kapelle, die dort war, zum Gebet.
Von 8 Uhr bis 17 Uhr sind wir dann durch die Berge gelaufen, wobei wir am Großglockner vorbeikamen, dem höchsten Berg Österreichs. Der höchste Punkt, an den wir kamen, lag bei 2.500 Höhenmetern. Um etwa 17 Uhr kamen wir schließlich in Heiligenblut an.
Auf dem Weg dorthin gab es immer wieder Gebetsrasten, ich glaube insgesamt vier, wobei Theo und ich eine davon verpasst haben, weil wir daran vorbeigelaufen sind. Dafür haben wir dann gemeinsam einen Rosenkranz gebetet.
In Heiligenblut angekommen, aßen wir noch etwas und wurden dann mit einem Bus zurück nach Rauris gefahren, wo wir geparkt hatten. Schließlich kamen wir um 23 Uhr wieder im Kloster an.
Es war während der Wallfahrt gar nicht so ermüdend, aber als wir dann wieder in Theos Auto waren und heimfuhren, merkte ich die Erschöpfung doch ganz schön und schlief fast die ganze Fahrt über.
Am nächsten Morgen habe ich mich dann nicht aus dem Bett bekommen und habe bis etwa 10 Uhr geschlafen und mich ausgeruht.
Vergangenen Samstag, am 04.07., war Sommerfest vom Treffpunkt Benedikt.
Für die Messe fragte mich Abt Bernhard, ob ich nicht noch einmal kurz mein Zeugnis geben und etwas sagen möchte, was auch sehr gut zum Vortrag von Don Xandro über den „Quiet Revival“ in Frankreich und die vielen Erwachsenentaufen und Neuzugänge in der Kirche passte.
Danach wurde gegrillt und wir saßen draußen beim Feigenhaus.
Bezüglich der Ankündigung, die ich machen wollte und im Eintrag zur 9. Woche erwähnt habe: Mittlerweile steht schon länger fest, dass ich anstatt der geplanten sechs Monate, die jetzt fast schon gekommen wären, auf ein ganzes Jahr verlängern werde und hier bleibe.
Ich habe von Anfang an mit diesem Gedanken gespielt und diese Entscheidung kurz nach Ostern beschlossen. Ich bin mir sicher, dass ich es nicht bereuen werde und dass es die richtige und beste Entscheidung ist. Ich freue mich auf jeden Fall auf viele weitere Monate hier.
Das waren die letzten vier Wochen im Schnelldurchlauf.
Vielen Dank fürs Lesen meines nun eher unregelmäßigen Blogs.
Leon J. Meier



































Kommentare
Kommentar veröffentlichen