Woche 1: Einführung im Kloster Einsiedeln

 Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zu meinem ersten Blogeintrag über meine Klosterzeit, im Laufe der nächsten sechs Monate werden hier regelmäßige Einträge veröffentlicht.



Kurz etwas zu meiner Person und dazu, wie ich meinen Weg zur Klosterzeit fand.
Mein Name ist Leon Jannik Meier, ich wurde 2005 in der Nähe Frankfurt am Main geboren.
Ich wuchs ohne großen Bezug zum christlichen Glauben und zur Kirche auf und konnte eigentlich den großteil meines Lebens nichts mit Glauben anfangen.
Doch in den letzten drei Jahren fand allmählich eine Sinneswandlung und ein Weg der persönlichen Glaubenfindung statt, der mich schlussendlich hierher geführt hat.
Als im Winter 2024 langsam aber unausweichlich das Abitur und die damit verbundenen Zukunftsfragen näher kamen und ich nun konfrontiert mit der Frage, was ich eigentlich nach dem Abi machen möchte, eigentlich rein zufällig auf einen Online-Artikel auf Katholisch.de stieß.


In diesem wurde das von Pater Thomas Fässler ;) geleitete Projekt "Klosterzeit" vorgestellt.
Das erweckte mein, zwar anfangs zögerliches, Interesse doch es wurde stetig größer bis ich mich schließlich im Frühjahr 2025 bei Pater Thomas meldete.
Ich schloss dann im Sommer des letzten Jahres mein Abitur ab und überbrückte die Zeit bis jetzt mit Arbeit.
Nun war es endlich so weit und ich begab mich letzten Sonntag vom Frankfurter Hauptbahnhof aus auf den Weg in das Kloster Einsiedeln in die Schweiz. Diesen schönen Ort werde ich allerdings am kommenden Montag schon wieder verlassen um weiter zu Reisen Richtung Osten in das Kloster Kremsmünster in Oberösterreich in welchem ich dann die nächsten sechs Monate verbringe, bevor ich danach wieder für eine Abschlusswoche nach Einsiedeln zurückkehren werde.


Nach einer verzögerten Ankunft durch Komplikationen mit der Bahn, fand ich mich schließlich vor dem gewaltigen Platz vor dem Einsiedler Kloster wider, der meine Augen hochführte auf das große Kloster mit seiner Kirche.
Ich wurde an der Rezeption herzlich begrüßt und zu meinem Zimmer gebracht, wo ich mich kurz 
von der siebenstündigen Fahrt und dem Gepäck über die Straße hochschleppen erholen konnte.
Ich lernte anschließend Pater Thomas persönlich kennen, sowie die letzten Klosterzeitler, deren Abschluss nun in dieser Woche war, sowie den anderen Klosterzeitler Samuele, der zeitgleich teilnimmt aber in Einsiedeln bleibt.
Danach war Vesper, Abendessen und Komplet, am Abend saßen wir noch mit Pater Thomas und Abt Urban zusammen und sprachen miteinander. 

Die Gebetszeiten hier sind jeweils:  07.05 Laudes,  11.05 Messe, 16.20 Vesper, 19.50 Komplet.
Nach der Laudes findet das Frühstück statt, nach der Messe das Mittagessen und danach Café und um 18.25 dann das Nachtessen.
Dazwischen erhalten wir Unterricht für die Einführung oder Arbeiten, das Arbeiten wurde teilweise ersetzt durch Führungen durch Bruder Klemens der uns netterweiße sehr viel vom Kloster zeigte und uns viel erklärte.


Pater Cyrill erklärte uns das Gebet, Eucharistie und Sakramente und wir sammelten einige Impulse die uns in den Sinn kamen zum Gebet und besprachen diese. Mit Pater Thomas lernten wir über "Lectio Divina" eine Art wie man die Bibel lesen und verstehen kann und natürlich erklärte er uns am folge Tag noch den Blog.
An einem Tag arbeiteten wir Mittags im Garten und bereiteten einen Abschnitt vor, damit dort bald ein Blumenbeet enstehen kann. Ansonsten wurden wir noch im gregorianischen Choral und seinen Traditionen unterrichtet. Am letzten Tag war noch Chorgebet, Psalmen und liturgische Texte an der Reihe.
Damit waren wir schließlich vorbereitet für unsere mehrmonatige Klosterzeit, die jetzt erst richtig starten würde.
Ansonsten vertrieben wir uns die Zeit mit Spaziergängen, so zum beispiel auf dem "Kreuzweg", der das Leiden Jesu etappenweise aufzeigt oder einem Spieleabend mit Bruder Klemens. Am Freitag Abend brachte uns Bruder Klemens noch den Rosenkranz bei, welchen wir zusammen beteten.


Abschließend für die erste Woche kann ich sagen, das im Vergleich zum sonst oft wirren und stressigen Lebensalltag, der da draußen herrscht, ich hier im Kloster eine innere Ruhe in mir wahrnehme und der monastische Allltag, der durch Gebet und Arbeit geordnet ist, eine entschleunigende und friedliche Wirkung auf mich hat.
Ich konnte bereits in der kurzen Zeit, in der ich hier bin, viel neues dazu lernen und meinen Glauben vertiefen, auch lernte und lerne ich weiterhin tolle Leute kennen, die geeint sind durch ihren gemeinsamen Glauben. Die Mönche hier sind wirklich bereichernd, sehr herzlich und zuvorkommend, die Gemeinschaft ist sehr angenehm.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mich nach dieser Woche sehr auf die kommenden Monate freue.

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Blogeintrag aus meiner Klosterzeit.

-Leon J. Meier

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