Woche 10: Frühlingstage im Stift

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am Montag war Hochfest des hl. Florian, unter anderem der Landespatron von Oberösterreich und der Schutzpatron der Feuerwehr, weshalb P. Anselm und ich, wie im letzten Eintrag erzählt, sonntags auf der Feuerwehrmesse in Viechtwang waren. Am Abend dann stießen wir noch gemeinsam in der Rekreation auf P. Jakobus bestandenes Theologiestudium an, der an dem Tag wieder zurück aus Salzburg kam.

Den Tag darauf waren Duc-An und ich wieder mal in der Gärtnerei und sollten in einem der vielen Gewächshäuser, in denen die Luft förmlich stand und einen fast erschlagen hat, den nicht geernteten Spinat rausreißen und in einem Container entsorgen. Im Anschluss hätten wir noch die Planen vom Boden lösen und wegräumen sollen, dazu kamen wir aber nicht mehr. Mein Gefühl sagt mir, dass wir dafür nächste Woche noch geordert werden. Ich muss gestehen, die Arbeit in den Gewächshäusern ist seit Anfang an meine unliebste beziehungsweise die einzige, der ich nicht unbedingt mit Freude nachgehe. Jedes Mal, wenn man eine Plane anhebt, die seit Monaten dort liegt, offenbaren sich allerlei Dinge, die so kreuchen und fleuchen, von Kellerasseln und Hundertfüßlern bis hin zu Spinnen in allen Größen und Formen. Da überkommen mich immer Anflüge von Gänsehaut und ich muss kurz innehalten. Dabei fühle ich mich dann jedes Mal wie so ein richtiges Stadtkind, aber irgendwie versuche ich die ganzen Insekten auszublenden, so gut es geht.

Am nächsten Tag gefiel mir die Arbeit schon besser. Uns zeigte Elias, der Außenanlagenpfleger für das Stift, wie und wo die Klosteranlage gegossen werden muss, da er bald für eine Woche in den Urlaub fährt und wir für diese Zeit das Gießen übernehmen werden. Am Abend dann nach der Komplet und Vigil, als ich eigentlich schon ins Bett gehen wollte, hörte ich noch auf dem Flur des Klerikats die Stimmen von P. Anselm und Duc-An und ging nachschauen. P. Anselm war gerade dabei, einen der Kartons auszuräumen, in dem sich allerlei Flyer und Broschüren der vergangenen Jahrzehnte befanden. Wir drei schauten die ganzen Sachen dann durch, was sich schnell als unerwartet lustig herausstellte und wir kaum einen Flyer in die Hand nehmen konnten, ohne dass ein lustiger Kommentar fiel und wir lachen mussten, unter anderem da P. Anselm viele Jugendwörter kennt und gerne benutzt und weil in den letzten Wochen einige Insider unter uns entstanden sind.

Am Donnerstagmorgen durften Duc-An und ich wieder mal die etwa 130 Sessel aus dem linken Kirchenschiff hochräumen in den gegenüberliegenden Kaisersaal für eine Veranstaltung, die am Freitag dort dann stattgefunden hat und bei der wir auch waren.
Dort versammelten sich nämlich am Freitagnachmittag die Altkremsmünsterer (das sind die vergangenen Absolventen des Stiftsgymnasiums) von den Jahrgängen 1952 und aufwärts sowie die jetzigen Schüler des Gymnasiums. Nach der Eröffnungsrede von Abt Bernhard, in der er Duc-An und mich auf einmal vorstellte und uns bat, einmal aufzustehen, und wir applaudiert wurden, folgten noch ein paar weitere Reden, bis die Altkremsmünsterer in das Apostelzimmer eingeladen wurden zu einem Aperitif, den Duc-An und ich vorher vorbereiteten. Wir gingen dann schnell los, bevor die Gäste nachkamen, um schon mal anzufangen, einige Gläser zu befüllen, damit wir sofort loslegen konnten, alle zu bedienen.





Wir liefen dann mit den Tabletts und Gläsern durch die Menge und versorgten die Gäste mit Wasser, Orangensaft und Rosé. 


Nach getaner Bewirtung und dem Zusammenräumen, nachdem die Leute gegangen waren, wurden wir wieder gebeten, die Sessel diesmal aus dem Kaisersaal wieder runterzuräumen in die gegenüberliegende Stiftskirche.

Am Samstagvormittag fand dann die Firmung von 41 Firmlingen in der Stiftskirche statt. Es war schön mit anzusehen und gab mir schon mal eine Vorstellung für meine eigene Firmung. Nach dem Mittagessen sind dann einige Mönche, Theo und ich zu Kaffee und Kuchen zum Frühlingsfest, welches auf dem Stiftsgelände stattfand, gegangen und setzten uns vor die Gärtnerei. Dass ein Teil nach dem Mittagessen entweder in der Rekreation im Klerikat oder bei dem schönen Wetter aktuell draußen bei den Arkaden im Klerikatsgarten einen Kaffee trinkt, wozu es meist kleine süße Sachen gibt oder Mehlspeisen, ist eigentlich fast jeden Tag so.

Die letzten Tage war ich nachmittags oder abends meistens spazieren oder saß in der Sonne und las. P. Anselm gab mir vor ein paar Tagen das Buch: „Eingliederung von Erwachsenen in die Kirche“, welches ich durchlas und mir wichtige Stellen sowie die Feiern und Abläufe markierte. Das Buch behandelt die konkreten Schritte und Feiern hin zur Taufe und führt die liturgischen Abläufe auf, welche Optionen es gibt und was angedacht ist, wie das Katechumenat ablaufen soll. Interessant fand ich, dass das Vorrecht für die Erwachsenentaufe bei dem Bischof liegt und dieser auch eigentlich vor allem gegen Ende sehr eingebunden wird. Es ist aber davon auszugehen, dass weder der Bischof von Linz noch der Bischof von Mainz aus meiner Heimatdiözese auf ihr Recht bestehen werden und somit der Abt mein Taufspender sein wird.

Es wird aber noch einige Zeit dauern, auch da gestern rauskam, dass das Pfarramt meine Unterlagen doch noch nicht in die Diözese abgeschickt hat. Ich erwarte diesen Tag und die Momente, in denen ich die drei Sakramente der Taufe, Erstkommunion und Firmung empfangen darf, mit großer Vorfreude und kann es eigentlich kaum erwarten. Bis dahin muss ich mich allerdings noch in Geduld üben, auch bis ich dann endlich in der heiligen Messe, der ich jeden Tag beiwohne, die Kommunion empfangen darf und im Hochamt sonntags mitministrieren darf.

Vielen Dank fürs Lesen,

-Leon J. Meier

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