Woche 4: Erlebnisreiche Woche

Herzlich willkommen zurück zu meinem Blog und zur bereits vierten Woche meiner Klosterzeit,

die meisten würden wahrscheinlich eher annehmen, dass der Alltag in einem Kloster ruhig, unaufgeregt und vielleicht etwas monoton zugeht. So ähnlich werde zumindest ich gedacht haben, bevor ich das Leben vor allem hier die letzten Wochen kennenlernen konnte. Die Wochen hier sind eigentlich bisher immer vollgepackt mit Ereignissen und Dingen zum Erleben, und oft komme ich gar nicht nach, den Dingen in meinem Blog gerecht zu werden.


Die Zeit hier fühlt sich für mich wie Ewigkeiten an, nicht zu verstehen in einer negativen Weise, sondern in einer schönen und freudigen Art, an der ich großen Gefallen habe. Die Tage sind immer "vollgepackt" mit Sachen, die zu erledigen sind, mit kleinen Ausflügen oder Ereignissen, und je nachdem, wie ich aufstehe und schlafen gehe, hat der Tag teilweise 17 Stunden oder länger. Ich merke, wie ich die Tage und die Zeit bewusster wahrnehme und anders erlebe.

Am Anfang der Woche halfen Duc-An und ich dabei, Blumen einzusetzen in den Beeten vorne an der Eingangsbrücke. Einmal auf der Gras­seite und einmal auf den Inseln im Wasser, zu denen wir mit einem kleinen Ruderboot kamen. Am Dienstag hatte Pater Jakobus seinen 50. Geburtstag und lud nach dem Mittagessen in die Stiftschank ein. Danach war Unterrichtsstunde mit Pater Daniel und anschließend noch Gesangsübung der lateinischen Vesper mit Pater Altmann.



Am Donnerstagmorgen kamen einige Frauen aus einer Nachbargemeinde zu uns ins Kloster. Diese hatten sich bereitgestellt, einige Fenster bei uns zu putzen, insgesamt waren es 60 Fenster, verteilt über drei Stockwerke. Duc-An und ich wurden von Pater Prior Maximilian gebeten, dabei zu sein und zu helfen, wir sollten vor allem die oberen Fensterstücke aushängen, damit die Damen diese putzen konnten, und danach sollten wir sie wieder einhängen.


Am nächsten Tag gingen wir morgens zum etwa 10 Minuten entfernten Kalvarienberg. Dort hielten Altabt Ambros, Pater Anselm und Pater Jakobus mit Duc-An als Ministrant die Messe zum Schmerzhaften Freitag, dem Gedenktag der Leiden Marias.


Dabei wurde aber auch erinnert an den 4. April 1941, an diesem Freitag wurde im Zuge des nationalsozialistischen Klostersturms das Kloster Kremsmünster beschlagnahmt und sämtliche Besitzungen enteignet, und der Großteil der Patres sowie der Abt vertrieben wurden. Dieser Freitag wurde von einem Pater, der damals dabei war, als wahrhaft "Schmerzhaften Freitag" bezeichnet.


Am Ende machte Pater Anselm noch ein Bild von uns allen, im Hintergrund ist das Kloster Kremsmünster zu sehen. Links außen steht Altabt Ambros, dann kommen Duc-An, Theo und ich, vor uns steht Pater Jakobus. Danach haben wir zusammen gefrühstückt und noch Zeitung gelesen. Theo ordnete für mich die unterschiedlichen Zeitungen ein, damit ich informiert bin, was in Österreich so lesenswert ist und was eher nicht.


Am Samstag war dann der Tag der Beerdigung von Pater Gotthard, es waren hunderte Leute da, so viele, dass die Kirche so voll war, dass nicht alle sitzen konnten und die Leute bis hinten an dem Eingang dicht beieinander standen. Es waren, wie mir gesagt wurde, grob geschätzt über 400 Leute anwesend. Die Beerdigung fing draußen im Hof vor der Kirche an und in einer Prozession, begleitet von einer Blaskapelle, wurde dann der Sarg unter dem Trauermarsch in die Kirche gebracht. Nach dem Gottesdienst und ein paar Reden zum Andenken wurde der Sarg zum Klosterfriedhof gebracht und Pater Gotthard zur Ruhe gelegt.

Danach teilten die Gäste sich zum Essen auf, denen vorher gesagt wurde, welche Gruppen wo hin sollen, da nur ein Teil im Refektorium, also dem Speisesaal des Klosters, Platz finden konnte. Mit Gästen und Klostergemeinschaft fanden dort etwa 200 Leute Platz. Am Vorabend hatten wir bereits für alle Plätze aufgedeckt und alles vorbereitet. Acht Leute, unter anderem ich, machten den Tischdienst. Wir servierten die Gänge und räumten ab. Es war das erste Mal, dass ich zum Tischdienst eingeteilt wurde, und es lief eigentlich sehr gut, vor allem zu acht teilte es sich gut auf.


Am Abend dann noch fuhren der Abt, Frater Konrad, Theo und ich auf das Frühjahrskonzert des örtlichen Musikvereins, in dem auch Pater Prior Maximilian mitspielte. Unter den Liedern waren ein Lied, das der Kaiserin Sisi gewidmet war, Pinocchio und der Herr der Ringe, um ein paar zu nennen, die mir im Kopf blieben. 

Nach der Aufführung halfen wir noch dabei, einen Gong für Pater Prior Maximilian zu seinem Auto zu bringen, den er für die Messe am Sonntag brauchte. Dann gab's noch Getränke, a Leberkässemmeln und der Abt gab uns Schaumrollen aus. Hier zu sehen sind Frater Konrad, Theo, die Bürgermeisterin von Kremsmünster. Zu meiner Linken Johanna und zu meiner Rechten Raphael, die ich auch, seit ich hier bin kenne, unter anderem vom Treffpunkt Benedikt und anderen Veranstaltungen. Ganz rechts ist Abt Bernhard zu sehen.


Am Morgen des Palmsonntags fragte mich Pater Prior Maximilian, ob ich für die Messe um 8.45 Uhr den Gong betätigen möchte, was ich gerne übernahm. Wir stellten den Gong in der Kirche etwas abseits auf und wir testeten noch kurz, wie genau ich schlagen sollte, damit es gut klingt. Bei der Messe wurden dann jeweils fünf Szenen der Leidensgeschichte Jesu vorgelesen, nach jeder Szene wurden jeweils drei Kerzen vorne an der ausgestellten Triangel ausgeblasen, wonach ich jedes Mal dreimal den Gong schlug. Danach war ich noch in der zweiten Messe, die im Anschluss war und unter anderem der Verrat an Jesus durch Judas mit abwechselnden Rollen vorgelesen wurde.

Später begleitete ich noch Pater Anselm nach Eberstalzell zu einer Fastenpredigt, die er mit Pater Tassilo hielt. Danach gab es Kaffee und Kuchen im Pfarrheim, organisiert von den Firmlingen.

zum Ende noch Credits an Theo, der einen Großteil der Bilder geschossen hat. 

Vielen Dank fürs Lesen,

-Leon J. Meier

Kommentare

  1. Finde das Fensterputz Foto würde sich sehr gut als Whatsapp Profilbild eignen! ;)

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